Für den Opernball zieht er sich mittlerweile alleine an

Für Anton Glanzmann ist der Besuch des Opernballs in Wien Arbeit und Ver­gnügen zugleich. Der PR-Profi aus Ober­rieden will hier heute nicht nur tanzen, sondern auch die Insel Mauri­tius ins Licht der medialen Aufmerk­samkeit rücken. Mauritius liess Blu­men, nämlich 4000 Anthurien, einflie­gen, womit die Logen­brüstungen und Treppenaufgänge der Oper geschmückt sind. Ein besonde­rer Ball umfasst auch ein adäqua­tes kuli­narisches Vorspiel: Das Ehepaar Glanz­mann verköstigt sich vorgängig am Ball­dinner im gegenü­berliegenden Hotel Sacher. Dieser Znacht allerdings ist für Glanzmann mehr «Pflicht und nicht mehr Kür», wie er sagt, denn er ist eher der rusti­kalen Küche zugetan.

Anton Glanzmann führt die Delegation aus Mauritius an. Er ist offizieller Tou­rismusrepräsentant der tropi­schen Insel, die ihren Tourismus fördern will. Wich­tigste Person der Delegation ist neben Honorarkonsul Peter Freissler auch die in Berlin akkreditierte Botschafterin I. E. Sarojini Seeneevassen, welche die Grüsse der Regierung überbringen wird. Standesgemäss hat man auch eine Loge gebucht, von der man das Ballgesche­hen von oben betrachten kann.

Eine weitere Besonderheit ist die Mit­wirkung eines Debütantenpaares aus Mauritius, das im Reigen einen zusätzli­chen’ exotischen Akzent setzen soll. Glanzmann, der umtriebige Inhaber der PRW Public Relations und Werbe AG, will für Mauritius und dessen Hotelanlagen «Sehnsucht wecken». Er wird nicht müde, seine These des «Imagetransfers» anhand des Opernballs zu erklären. «Wenn zwei Objekte, also der Opernball und Mauritius, eine Übereinstimmung im Image haben und sich beide an ein gewisses Publikum richten, das Qualität schätzt, dann ergibt sich daraus eine Verstärkung in der Werbe­wirkung.»

Es ist nicht Glanzmanns erster Opernball, den er zusammen mit seiner Frau besucht; Vor zehn Jahren war er bereits als Mauritius-Repräsentant Gast und weitere Besuche folgten. Glanzmann, der seit mehr als vier­zig Jahren in Oberrieden lebt, schwärmt von der einmaligen Ballatmosphäre. Natürlich besitzt er auch einen eigenen Frack. Das vorgeschriebene Ball-Outfit ist nicht ganz einfach anzuziehen. «Beim ersten Mal half mir die Gouver­nante des Hotels», gesteht er. Mittler­weile kann er es ohne Hilfe.

Was hält er von Baulöwen Richard «Mörtel» Lugner und dessen aktuellem Ballgast, der Berlusconi-Ge­spielin Ruby? «Als PR-Mann muss ich geste­hen, dass er sich mit dieser Gastwahl grosse Publizität sichern konnte. Er ist wieder in aller Munde.» Doch Glanz­mann macht sich auch Sorgen, dass dieser Ruby-Rummel auch «auf Kosten der wahren Werte dieser Kulturveran­staltung gehen könnte». Niemand spre­che davon, dass die Philharmoniker erstmals hier spielen würden. Auf jeden Fall hat der PR-Fachmann schon ein Inter­view mit der Botschafterin von Mauritius und dem österreichischen Fernsehen arrangiert“

Gaby Schneider / Bild Silvia Luckner

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